Di

01

Mai

2012

Mein Leben in Kurzfassung

Am besten ich fange einfach ganz vorne an

 

Ich bin in einen kleinen Dorf aufgewachsen. Meine Familie, also meine beiden Eltern, meine große Schwester und ich wohnten in einem schönen Einfamilienhaus in einer Sackgasse. Hinter unseren Grundstück war ein Naturschutzgebiet und hinter diesen Naturschutzgebiet ein See.

Wenn ich hier schreibe, dass meine Kindheit perfekt war übertreibe ich nicht, denn meine Kindheit war wirklich perfekt.

Ich hatte einen tollen Freundeskreis, da sehr viele Familien mit 1-2 Kindern in diesen Dorf wohnten. Wir waren immer eine Gruppe aus 10-20 Leuten und hatten einfach nur mega viel Spaß.

Meine Vater war in meiner Kindheit mein großer Held. Er hatte alles gehabt was ich als erstrebenswert empfand.

Einen tollen Job der ihn bis heute spaß macht und der dazu auch noch sehr gut bezahlt wird. Eine Frau die ihn liebt und zwei Kinder die man nur beneiden kann.

In der Schule war meine Schwester und auch ich sehr beliebt. Meine Schwester war im älteren Jahrgang das Mädchen was am meisten Umschwärmt wurde und in meinem Jahrgang war ich immer der hübsche Junge der sich über die netten Liebesbriefe freuen konnte.

 

Leider ging das nicht immer so weiter.

Im September meines 15 Lebensjahres bin ich nach der Schule zu meinen besten Freund.

Als ich fast angekommen war, stand das ganze Grundstück voller Autos. Ich bin dann in das Haus hinein und traf auch gleich auf seine Mutter, diese Stand vor mir mit Tränen in den Augen. Genau in diesen Augenblick wusste ich, dass entweder mein bester Freund oder seine kleine Schwester, meine beste Freundin nicht mehr unter uns war.

Als ich dann meine Freundin sah, wusste ich es...

Ich verließ ohne ein Wort das Haus und fuhr mit meinem Fahrrad weg. Auf einer Wieso blieb ich stehen legte mich dort auf meinem Rücken und betrachtete so lange bis die Nacht einbrach.

Leider sollte mein Freund nicht der letzt sein.. in kürzester Zeit starben noch drei weitere aus meinem Freundeskreis. Ein Autounfall, ein Mofaunfall und ein Selbstmord.

Der Freundeskreis zerbrach ... bis heute habe ich nicht mehr viel mit meinen alten Freunden zu tun. Ich habe es versucht, aber man hat sich viel zu sehr auseinander gelebt.

 

Meine beste Freundin ist in eine sehr schwere Bulimie gefallen und ich habe innerhalb von wenigen tagen einen Ausschlag über meinen kompletten Oberkörper, Rücken, Hals und Kopf bekommen. Dieser Ausschlag war so schlimm, dass ich nicht mehr meinen Kopf bewegen konnte. Alle Hautärzte waren ratlos, die Psychologin hatte glaube ich angst vor mir und ich selber wollte eigentlich nur noch sterben.

Der einzige Grund wieso ich mein Leben nicht selbst beendet habe, war das ich das nicht meiner Familie antun konnte.

Dieser Ausschlag ist bis heute nicht ganz zurück gegangen und ist auch der Hauptgrund wieso ich bin wie ich bin.

Von einen auf den anderen Tag, vom arroganten Schönling zum ......

Es hatte aber auch Vorteile so einen Ausschlag bekommen zu haben. Ich weiß zu 100% wer meine Freunde waren und bis heute noch sind.

Die meisten denken, dass die anderen „beliebten“ sich von mir abgewandt haben, doch genau das Gegenteil ist passiert. Die ganzen Mitläufer sind die, die sich abgewandt haben und die anderen „Schönlinge“ hatten damit nie ein Problem.

Nach den Tot meines besten Freundes hat mein Vater sich sehr um die Mutter meies verstorbenen freundes gekümmert und sich dadurch immer mehr von seiner eigenen Frau, meiner Mutter, abgewandt.

Später hat er sich scheiden lassen und hat noch mal geheiratet. Ich habe ihn jahrelang dafür gehasst, aber ich kann ihn irgendwie auch nicht böse sein. Seine neue Frau kenne ich natürlich seit dem ich denken kann und es ist eine tolle Frau. Ich mag sie sehr gerne und man kann mit ihr über alles reden.

Sie war es auch die ihre eigene Tochter ohne zwang dazu gebracht hat in Therapie zu gehen wegen ihrer Bulimie. Sie hat sich mehrere Monate frei genommen und ist mit ihr in ein Therapiezentrum gezogen. Mein Vater und ich haben sie einmal besucht. Da Geld nicht so die große Rolle spielt haben sie sich natürlich ein sehr gutes ausgesucht. Dieses Zentrum hatte nur einen Nachteil, es war an der Schweizer Grenze, also 1000km von zu hause entfernt.

Wie ich oben schon geschrieben habe ist ihre Tochter meine beste Freundin und nach der Heirat unserer Eltern ist sie jetzt nicht mehr meine beste Freundin, sondern meine kleine Schwester <3

Es ist sehr schade, dass ich sie fast nie sehe, obwohl wir beide in die gleiche Stadt gezogen sind.

Sie ist mit ihren Freund zusammen gezogen und hat wegen Studium und Nebenjob sehr viel zu tun.

 

Das was mich an meinen Ausschlag am meisten verändert hat waren die Gesprächsthemen.

Sie gingen immer um mein Aussehen. Du siehst ja schon viel besser aus etc.....

Wenn man über 8 Jahre immer die gleiche Scheiße hört, wie soll man da auch normal im Kopf bleiben. Dann diese ständigen Vergleiche von Noten und was wer wie macht. Mein Cousin hat sein Diplom geschrieben und was sagen sie...Er hat ja ganz schön lange dafür gebraucht.

Ey WTF....

 

Ich bräuchte mir eigentlich nicht solche Gedanken machen, ich habe eine Familie die mich immer unterstützt, eine Ausbildung die mir sehr viel spaß macht, ein eigenes Auto, meine eigene Wohnung und trotzdem zerbreche ich mir jeden Tag den Kopf wie ich perfekt werden kann...

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